Aktuelles zum EU AI Act

Was sich ändert — und was das für Sie heißt

SEVOCON beobachtet laufend 19 Quellen aus DACH und EU zur KI-Verordnung. Hier stehen die Änderungen, die den Mittelstand betreffen — in Klartext, mit Primärquelle. Retainer-Kunden bekommen relevante Änderungen als Briefing direkt zugestellt.

Digital Omnibus beschlossen: Die neuen Fristen stehen fest

Das Europäische Parlament hat am 16.06.2026 den Digital Omnibus zur KI-Verordnung in der Schlussabstimmung angenommen (423 Ja-Stimmen), der Rat hat den Text am 29.06.2026 abgezeichnet. Mit der Veröffentlichung im Amtsblatt wird aus der politischen Einigung vom Mai geltendes Recht: Die Hochrisiko-Pflichten nach Anhang III greifen erst ab dem 02.12.2027 statt ab August 2026. Für die Kennzeichnungspflichten nach Artikel 50 gilt eine Übergangsfrist bis 02.12.2026 — aber nur für Systeme, die vor dem 02.08.2026 auf dem Markt sind.

Was das für Sie heißtDie Schulungspflicht nach Artikel 4 ist von der Verschiebung nicht betroffen: Sie gilt unverändert und ist ab dem 02.08.2026 durchsetzbar. Wer auf den Omnibus gewartet hat, hat hier keine Zeit gewonnen.

Quellen: Europäisches Parlament, Legislative Train · EU-Kommission, Regulatory Framework AI

KI-MIG: Deutschland bekommt seine KI-Aufsicht

Der Bundestag hat am 11.06.2026 das KI-Marktüberwachungs- und Innovationsförderungsgesetz (KI-MIG) beschlossen — das deutsche Durchführungsgesetz zur KI-Verordnung. Die Bundesnetzagentur wird zentrale Marktüberwachungsbehörde mit eigenem Kompetenzzentrum. Der Bußgeldrahmen steht damit im Gesetz: bis 15 Mio. € oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes bei Verstößen gegen die Hochrisiko-Pflichten, bis 35 Mio. € oder 7 % bei verbotenen KI-Praktiken. Die Zustimmung des Bundesrats steht noch aus. Neu sind auch KI-Reallabore, in denen Anwendungen unter behördlicher Aufsicht getestet werden können.

Was das für Sie heißtAb dem 02.08.2026 gibt es eine Behörde, die Verstöße verfolgen kann — und den Art.-4-Kompetenznachweis prüfen darf. Wichtiger als die Bußgeldhöhe ist der Nachweis: KI-Inventar, Richtlinie, dokumentierte Schulung.

Quellen: Deutscher Bundestag, Textarchiv (11.06.2026) · Bundesregierung, Umsetzung KI-Verordnung

KI-Inhalte kennzeichnen: Der Praxis-Leitfaden der EU ist da

Die EU-Kommission hat am 10.06.2026 den Code of Practice zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte veröffentlicht. Er konkretisiert die Transparenzpflichten aus Artikel 50: Chatbots müssen sich als KI zu erkennen geben, KI-generierte oder -manipulierte Inhalte müssen markiert werden. Der Code ist freiwillig, liefert dafür einheitliche EU-Icons und konkrete Umsetzungsschritte — wer ihm folgt, hat einen belegbaren Weg, die Pflicht zu erfüllen.

Was das für Sie heißtPrüfen Sie bis Herbst 2026, wo generative KI bei Ihnen sichtbar nach außen wirkt — Chatbot auf der Website, Marketing-Bilder, KI-Texte. Für Bestandssysteme greift die Pflicht am 02.12.2026, für neu eingeführte schon ab 02.08.2026.

Quellen: EU-Kommission, Code of Practice (10.06.2026) · Pressemitteilung IP/26/1328

Stand: 10. Juli 2026 · Diese Seite wird monatlich aktualisiert. Laufende Einordnung gibt es auf LinkedIn.

Beobachten ist die halbe Arbeit. Einordnen die andere.

Genau das ist die Compliance-Säule des KI-Manager-as-a-Service: Ich verfolge die Regulatorik laufend, ordne ein, was Ihr Unternehmen betrifft, und halte Inventar, Richtlinie und Schulungen aktuell. Sie lesen ein monatliches Update auf einer Seite, statt selbst 19 Quellen zu verfolgen.

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